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Messerscharf im Moor

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Wer von den Bauern in der Umgebung ein Stück Land im Moor hatte, besaß das Recht, Torf im Borghorster Venn zu stechen. Einzelne Torfkuhlen erinnern an diese alte Nutzung, die den Bauern im Winter zwar eine warme Stube sicherte, dem Moor aber nach und nach die Grundlage entzog. Anders als im Emsdettener Venn blieb kein offener Hochmoorkern erhalten. Große Teile des Moores nehmen heute Birkenwälder ein, in denen das Pfeifengras dominiert, aber durchaus auch Platz für seltene Arten wie Fieberklee, Sumpffarn und Rauschbeere ist. Im Naturschutzgebiet wächst auch die Schneide, ein sehr seltenes Sauergras, das eigentlich in kalkreichen Sümpfen und Mooren vorkommt, was einen gewissen Kalkeinfluss im Untergrund des Venns vermuten lässt. Der Name Schneide ist übrigens Programm: Die starren Blätter sind so scharf gezähnt, dass man sich schnell blutige Finger holen kann. Die Verletzungsgefahr ist aber gering: Außerhalb des Borghorster Venns sucht man die Schneide im Steinfurter Land vergebens.

Das Venn ist von einem Grünlandgürtel umgeben, in dem auch Blänken eingestreut sind. Blänken sind flache, natürliche oder künstlich angelegte Senken, in denen bis zum Sommer, manchmal auch das ganze Jahr über, das „blanke“ Wasser steht. Wiesenvögel wie Kiebitz oder der Große Brachvogel, die im Boden nach Nahrung stochern, finden hier auch dann noch Nahrung, wenn während Trockenperioden die Erde trocken und hart ist. Im Sommer legen Libellen wie der Plattbauch oder die Glänzende Binsenjungfer ihre Eier in die Blänken, und in den Randbereichen wachsen Sumpfpflanzen wie Flammender Hahnenfuß und Sumpfbinse.

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