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Himmlischer Gesang über dem Thieberg

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Direkt am Ortsrand von Neuenkirchen geht es bergauf. „Schuld“ daran ist der 84 Meter hohe Thieberg - der letzte Ausläufer des Teutoburger Waldes. Der Thieberg ist aus Kalkgestein aufgebaut, das sich aus den Hinterlassenschaften unzähliger Krebse, Muscheln und anderer Bewohner eines Flachmeeres bildete, das vor rund 90 Mio Jahren die münsterländische Bucht bedeckte. Von der vielgepriesenen Parklandschaft des Münsterlandes fehlt auf dem Thieberg jede Spur, eher werden Assoziationen an die Soester Börde geweckt. Hier wie da sind es die guten Böden, die die Bauern frühzeitig bis auf den letzten Quadratmeter ausgenutzt haben. Viel Platz für Ackerwildkräuter bleibt da nicht. Was schade ist, da sich gerade auf den kalkreichen Böden eine bunte Ackerrandflora einstellen könnte. Immerhin, mit etwas Glück können wir neben Klatschmohn und Kamille auch den Acker-Rittersporn entdecken, der auf dem Thieberg eines seiner ganz wenigen Vorkommen im Münsterland hat. Andere Kalkzeiger am Wegesrand sind die Skabiosen-Flockenblume oder vereinzelt die Echte Schlüsselblume. Auf dem Thieberg gibt es noch viele goldgelbe Felder mit Weizen- und Gerste, selbst wenn der Mais auch hier auf dem Vormarsch ist. Im Frühling lässt aus luftiger Höhe ein Vogel seinen lang andauernden Gesang erklingen, der andernorts längst verstummt ist: die Feldlerche. Die vielen Feldlerchen machen den Thieberg zu einem akustischen Erlebnis. In das Frühlingskonzert stimmt auch der Kiebitz ein, auch wenn er mit seinen typischen „kjuwitt“-Rufen viel einsilbiger ist als die Feldlerche. Eigentlich bevorzugt er Feuchtgebiete, aber die Weite und ein offensichtlich gutes Nahrungsangebot locken jedes Jahr einige Brutpaare auf den Thieberg. Mit seinen Beständen sieht es ähnlich aus wie bei der Feldlerche: Es geht bergab. So steil, dass zu befürchten ist, dass der Kiebitz bald ganz aus dem Münsterland verschwinden wird.

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