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Herrschaftlicher Wald

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Dass sich einige alte Wälder wie auch das Herrenholz schon lange Zeit im adeligen Besitz befinden, ist für die Natur nicht immer von Nachteil. Denn die Jagd war in der Vergangenheit ein beliebtes Freizeitvergnügen des Adels. Damit den Jagdgesellschaften genug vor die Flinte kam, blieben ihre liebsten Waldreviere vor übermäßigen Holzeinschlag oder Vieheintrieb verschont. Das Herrenholz ist daher ein alter Wald, erkennbar auch am Unterwuchs.

Mit Einbeere, Sanikel oder Waldmeister wachsen hier viele Pflanzen, die Zeiger für alte Waldstandorte sind, weil sie sich nur sehr langsam ausbreiten. Auch Orchideen wie die Vogel-Nestwurz und die Waldhyazinthe unterstreichen dies. Das Herrenholz ist wegen seiner naturnahen Waldmeister-Buchenwälder Teil des europäischen Schutzgebietes „Herrenholz und Schöppinger Berg“. Beherrschende Baumart ist von Natur aus die Buche, die den Wald im Sommer in tiefen Schatten hüllt. Frühjahrsblüher wie Buschwindröschen, Schlüsselblume und Scharbockskraut nutzen deshalb die Zeit vor dem Laubaustrieb, um zu blühen.

Das Herrenholz ist aber auch ein Wald für die Nase – zumindest im Frühjahr. Dann verströmt der Bärlauch seinen intensiven Knoblauchduft. Er wächst stellenweise in großen Mengen im Herrenholz und überzieht im April und Mai den Waldboden mit einem weißen Blütenmeer.
Vögel stört das Knoblaucharoma kaum, ihr Geruchssinn ist nicht stark ausgeprägt. Viele Höhlenbrüter leben im Herrenholz: Großer Buntspecht, Mittelspecht, Kleiber, Hohltaube und Waldkauz. Und auch der Feuersalamander, sonst eher in gebirgigeren Gegenden zu Hause, ist hier ein heimlicher Bewohner.

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