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Untermieter mit originellen Behausungen - Steckbrief Pflanzengallen

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Appetitlich sehen sie aus, wie Mini-Äpfel mit roten Bäckchen. Aber das, was da an der Unterseite von Eichenblättern zu kleben scheint, sind keine Früchte, sondern Pflanzengallen. Genauer gesagt Eichengallen, weil sie nur an den Blättern von Eichen zu finden sind.

Pflanzengallen sind Wachstumsänderungen, die durch einen fremden Organismus ausgelöst werden. Bei den Eichengalläpfeln ist es die Eichengallwespe, deren Weibchen ihre Eier in Eichenblätter legt. Die junge Larve erzeugt Stoffe, die als Abwehrreaktion zur Entstehung der Eichengalle führt. In ihrem Innern entwickelt sich die Larve, die sich an dem umgebenden Nährgewebe satt frisst.

Meistens schädigen Pflanzengallen die Wirtspflanze nicht. Am häufigsten betroffen sind Eichen. Andere beliebte Angriffsziele von Gallbildnern sind Wildrosen. Bekanntestes Beispiel sind die von der Rosengallwespe erzeugten Gallen, die wie krause Puscheln aussehen. Mit Namen wie Rosenschwamm, Schlafapfel oder Rosenkönig haben sie den Volksglauben zu allerlei Spekulationen angeregt. Frisch Verliebte versteckten gegenseitig Rosenäpfel im Bett und hofften so auf ewige Treue. Beweiskräftiger ist die Eisengallustinte, die aus gekochten Eichengalläpfeln und Eisensulfat gewonnen wird. Ihre Herstellung ist bereits für das 3. Jahrhundert belegt. Eisengallustinte ist dokumentenecht und wird heute noch zur Unterzeichnung wichtiger Dokumente genutzt.

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