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Entschleunigung ist alles – Steckbrief Weinbergschnecke

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“Il pleut, il fait beau, c’est la chasse aux escargots.” Wie immer man zu den kulinarischen Vorlieben der Franzosen stehen mag: Sie wissen, wann die Suche nach Leckerbissen besonders erfolgversprechend ist. „Erst regnet es, dann scheint die Sonne, jetzt beginnt die Schneckenjagd“ bedeutet das Sprichwort. Gemeint ist die Weinbergschnecke, der wohl bekannteste Vertreter des doch weitgehend unbekannten Schneckenvolks. Bei uns ist die Weinbergschnecke eine geschützte Art. Das war nicht immer so. Ausgrabungen belegen, dass die Mollusken schon in der Altsteinzeit den Menschen als Nahrung dienten. Die antiken Römer waren geradezu versessen auf ihr zartes Fleisch; betuchtere Bürger hielten sich private Schneckengärten mit eigenen Hirten, die für eine Mast aus Milch, Kräutern und mit Most getränktem Mehl sorgten. Was heute als Schnecke auf den Teller kommt, stammt meist aus Zuchtanlagen. Weinbergschnecken selbst sind Vegetarier: Ihre mit rund 40000 Zähnchen bedeckte Raspelzunge bearbeitet welke Pflanzen und Algen.

Weinbergschnecken brauchen kalkhaltige Böden, um ein stabiles Gehäuse zu entwickeln. Sie sind sehr anpassungsfähig und fallen bei ungünstiger Witterung in eine Kälte- oder Trockenstarre. Ansonsten sind sie im Schneckentempo unterwegs: Sieben Zentimeter in der Minute sind bei guten Bedingungen durchaus drin.

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