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Steckbrief: Torfmoose – die Moor-Macher

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Ohne Moos nix los. Ein lockerer Spruch, der beim Thema Moor aber voll ins Schwarze trifft. Denn ohne die Torfmoose, wissenschaftlich als Sphagnen bezeichnet, gäbe es Hochmoore gar nicht erst. Nur Torfmoose schaffen es, die riesigen Mengen an Wasser zu speichern, die so ein „schwammiges Hochmoor“ benötigt, das bis zu 90 Prozent aus Wasser besteht. Das 25-fache ihres eigenen Gewichts können Torfmoose in ihren Blättern und Stämmchen speichern. Gleichzeitig entziehen sie dem Wasser die wenigen Nährstoffe und geben im Gegenzug Stoffe ab, die das Moorwasser so sauer machen, dass es fast Essigqualität hat. So halten Torfmoose sich die pflanzliche Konkurrenz vom Leibe und sorgen dafür, dass Hochmoore nur wenigen Spezialisten vorbehalten bleiben. Zugleich verhindert das saure Milieu den Abbau der abgestorbenen Moose – es bildet sich Torf.

Tot oder lebendig? Eine nicht ganz unwichtige Frage, die bei Torfmoosen aber gar nicht so einfach zu beantworten ist. Oben wächst es, unten stirbt es aus Lichtmangel ab und wird zersetzt – zu jenem Torf, der erst als Brennstoff verheizt und später als Gartenerde im Vorgarten versauerte. Das unrühmliche Ende eines einzigartigen Lebensraums.

Etwa 40 Torfmoosarten, oft nur schwer zu unterscheiden, gibt es in Mitteleuropa. Da Torfmoose viel Wasser brauchen, wachsen sie vor allem da, wo das Nass reichlich vom Himmel fällt und gleichzeitig mangels Gefälle und stauenden Bodenschichten schlecht abläuft. Die nordwestdeutsche Tiefebene bietet all dies und ist prädestiniert für die Moorbildung. Das, was wir auf unserer Radtour im den NSGs Recker und Halverder Moor und im NSG Koffituten davon sehen, sind allenfalls kleine Reste ehemals ausgedehnter Moorlandschaften.

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