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Manche mögen’s herb - Steckbrief Schlehe

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Wie viele Schlehen es in Hecken und an Waldrändern tatsächlich gibt, fällt meistens nur im zeitigen Frühjahr auf. Dann weckt das Meer aus unzähligen weißen Blüten gleichermaßen Erinnerungen an den Winter als auch die Vorfreude auf den Sommer. Danach dauert es bis zum Herbst, ehe die blau bereiften Früchte wieder auf die Schlehe aufmerksam machen. In der Zwischenzeit gibt sich der Strauch mit den schwarz-grauen Zweigen – daher auch der Name Schwarzdorn – eher unauffällig. Ein Eindruck, der täuscht. Denn wegen seiner sparrigen Verzweigung und den langen Sprossdornen ist die Schlehe ein überaus beliebtes Nistgehölz für Buschbrüter wie Neuntöter, Dorngrasmücke und Mönchsgrasmücke, die hier vor Nesträubern gut geschützt sind. Wer sich im Winter einen kahlen Schlehenbusch genauer anschaut, entdeckt viele Nester.

Schon sehr früh hatte die Schlehe auch Bedeutung für den Menschen. Araber, Griechen und Römer nutzten die Blüten und Früchte als Heil- und Nahrungsmittel. Die Rinde lieferte eine wasserbeständige Tinte, die Früchte einen roten Farbstoff für Wolle und Leinen. In Gradierwerken leitet man die Sole durch eine dichte Schlehen-Füllung, um durch Verdunstung ihre Konzentration zu erhöhen.

Die Früchte haben wegen ihres hohen Gerbstoffgehalts einen pelzigen Geschmack, der sich durch Frost etwas mildert. Trotzdem: Schlehenmarmelade ist eher was für herbe Typen.

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