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Seltene „Wasserhuren“ - Steckbrief Moosjungfern

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Wer sich schon immer gefragt hat, warum viele Libellen im deutschen Sprachraum auch als Jungfern durchgehen, dem seien diese 1786 in einer „Naturgeschichte des Thierreichs“ veröffentlichten Zeilen ans Herz gelegt: „Der schlanken Gestalt oder Taille wegen, die man sonst für eine jungfräuliche Schönheit und Zierde hielt, nannten die Franzosen diese Insekten, die gleichfalls einen schlanken Leib haben, Demoiselles, und von daher haben sie also auch in unserer Sprache den Namen Jungfern erhalten, auch heißen sie Wassernymphen, Wasserhuren….“

Zu den eher seltenen Libellen gehören die Moosjungfern. Eigentlich könnte man sie auch Moorjungfern nennen, denn Moore sind ihr bevorzugter Lebensraum. Von den fünf heimischen Arten kommen drei im Emsdettener Venn vor: die Große, die Nordische und die Kleine Moosjungfer. Sie zu unterscheiden ist nicht ganz einfach: Gemeinsam ist ihnen ein fast schwarzer Körper mit auffallenden Flecken auf dem Hinterleib, die bei den Weibchen meist gelblich, bei den Männchen eher rot gefärbt sind. Apropos rot: alle Moosjungfern stehen auf der roten Liste der gefährdeten Arten.

Wer eine Moosjungfer in natura im Venn erleben will, sollte am besten im Mai und Juni an einem sonnigen Abend einen Rundgang auf dem Moor-Erlebnispfad machen und dabei vor allem einen Blick auf die Holzbohlen am Wegesrand werfen. Dort sitzen die „Wasserhuren“ manchmal aufgereiht wie Bordsteinschwalben und lassen sich die Abendsonne auf den grazilen Leib scheinen.

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