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Ein kniffliges Dreiecks-Verhältnis

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Eine jener komplizierten Verbindungen, von denen es in der Natur nicht wenige gibt, ist die zwischen Lungenenzian, Kleiner Moorbläuling und einer bestimmten Ameisenart. Die Schmetterlings-Weibchen legen ihre Eier ausschließlich an Pflanzen des Lungenenzians, von dessen Samen sich die Raupen nach dem Schlupf ernähren. Wenn sie größer sind, lassen sie sich auf den Boden fallen. Weil sie perfekt Oberfläche und Duft der Larven von Knotenameisen imitieren, „adoptieren“ die Ameisen die fremden Raupen und tragen sie in ihr Nest. Dort lassen sich die Schmetterlingsraupen auf Kosten des Ameisennachwuchses so lange durchfüttern, bis sie sich verpuppen. Kritisch wird es, wenn der Schmetterling schlüpft. Da er sich dann nicht mehr mit dem Ameisen-Duftstoff „tarnen“ kann, muss er sich schnell aus dem Staub machen, bevor die Ameisen den Betrug merken und über ihn herfallen.

Schade ist nun, dass das Vorkommen dieser Kombination aus Lungenenzian und Knotenameise sehr selten geworden sind. So gehört der Bläuling mittlerweile zu den höchst gefährdeten Schmetterlingen. Selbst im NSG Seester Feld/ Vogelpohl ist sein ehemaliges Vorkommen erloschen und es ist ungewiss, ob sich diese ausgeklügelte Lebensgemeinschaft wieder regenerieren wird.

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