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Steckbrief Großer Brachvogel: die Venntüte

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Früher waren die Rufe und Triller des Brachvogels im Münsterland ein vertrauter Klang. „Venntüte" nannten ihn die Bauern, weil seine Stimme vor allem aus den nassen Venngebieten erklang. Der Brachvogel ist so etwas wie das „Stimmungsbarometer“, wenn es um den Feuchtwiesenschutz geht. Steigen seine Bestände an, haben Maßnahmen wie die Anlage von Blänken oder die Extensivierung der Nutzung Erfolg gehabt. Geht es bergab, stimmt etwas nicht im Gebiet. Seit vielen Jahren zählen Mitarbeiter der Biologischen Station Kreis Steinfurt die Brachvögel deshalb ganz genau. Ergebnis: Die Bestände steigen in vielen Naturschutzgebieten an. Einige Vögel sind aber „nur“ Zugezogene. Sie haben Brutflächen außerhalb des Naturschutzgebietes verlassen, weil es ihnen dort zu ungemütlich wurde.

Unter den Wiesenvögeln ist der Brachvogel eine auffallende Erscheinung, nicht zuletzt wegen des kühn geschwungenen Schnabels. Bei Frau Brachvogel ist übrigens alles etwas üppiger, sowohl Körperumfang als auch Länge des Schnabels, der dafür beim Gatten etwas krummer ist. Ob Männlein oder Weiblein, das lässt sich trotzdem nur im direkten Vergleich entscheiden.  
Brachvögel kehren oft schon im Februar von den Küsten West- und Südeuropas zurück, wo sie überwintern. Mit auffälligen Balzflügen, die sie eben mit jenen trillernden und flötenden Lauten untermalen, markieren die Paare ihr Revier. Brachvögel sind  - von gelegentlichen Seitensprüngen abgesehen – treu. Vier Eier legt das Weibchen in eine Bodenmulde. Nach 28 Tagen schlüpfen die Jungen und machen sich sofort selbständig auf die Suche nach Spinnen und Insekten. Aber: Im Durchschnitt wird noch nicht einmal einer von vier Jungvögeln erwachsen. Ob Fuchs, Marder, Mäusebussard oder manchmal auch der Mähbalken – überall lauern Gefahren. Wer’s trotzdem geschafft hat, kommt meist wieder. Brachvögel sind nicht nur treu, sondern auch bodenständig - eben echte Münsterländer.

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